Geschichten aus Bibliotheks- und Informationsmanagement

Kategorie: Rund ums Praktikum (Seite 1 von 2)

Prokrastination

Prokrastination

Von Sophia Friese

Prokrastination – das Wort hast du bestimmt schon einmal gehört. Es beschreibt deine aktuelle Lage sehr treffend. Die Praktikumsbewerbung hast du bewusst (oder unbewusst) aufgeschoben, und so langsam wird es eng. Also, eigentlich ist es schon eng. Die meisten deiner Kommiliton*innen haben bereits einen Praktikumsplatz oder wissen, wo sie ihr Praktikum absolvieren möchten. So langsam verfällst du in Panik und weißt nicht, wo du beginnen sollst. Du willst das Ganze am liebsten noch weiter vor dir herschieben. Dabei sollte es in diesem Semester besser laufen, doch tust du es wieder, du prokrastinierst.  

Dabei ist die Suche nach einem Praktikumsplatz gar nicht so aufwendig wie du denkst. In wenigen Schritten kannst du dein Gedankenchaos ordnen und die geeignete Einrichtung für dein Pflichtpraktikum im Praxissemester finden. 

Nimm dir – jetzt, wirklich jetzt – ein paar Minuten Zeit und lass das letzte Semester Revue passieren. Was hast du über die Bibliotheks- und Informationslandschaft gelernt? Was interessiert dich? Wo würdest du gerne im kommenden Semester arbeiten wollen? Egal ob Bibliothek, Archiv oder Verlag, dir sind keine Grenzen gesetzt. Sobald du dich für eine Fachrichtung entschieden hast, hast du auch schon den ersten Schritt erledigt. Schreib dein Interessensgebiet auf. Dann geht es – gleich, ja, wirklich gleich – weiter mit der Suche. Schau einfach im vorhanden EMIL-Raum für das Praxissemester vorbei und lies die Praktikumsberichte deiner Vorgänger, stöbere durch den Praktikumsblog oder suche im Internet nach einem geeigneten Betrieb. Notiere dir die Kontaktdaten der für dich infrage kommenden Einrichtungen. Bevor dich jetzt deine Motivation verlässt und du denkst, du müsstest nun unzählige Bewerbungen verfassen, hole noch einmal tief Luft. Es gibt einen einfacheren Weg, um mit den Einrichtungen in Kontakt zu treten und dein Interesse zu zeigen. Schnappe dir jetzt, – du ahnst es, wirklich jetzt – einfach dein Telefon und rufe vor Ort an. Notiere dir hierfür vorab die wichtigsten Informationen und Fragen, so vergisst du nichts Wichtiges. So einfach hast du den ersten Kontakt hergestellt und mit ein wenig Glück auf einfachem Weg deinen Praktikumsplatz gefunden.  

Eine finanzielle Frage: Praktikum und Nebenjob gleichzeitig – funktioniert das?

Eine finanzielle Frage: Praktikum und Nebenjob gleichzeitig - funktioniert das?

Von Vanessa Abdulai 

Die eigenen Finanzen im Überblick zu behalten kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Doch wenn man einmal genau weiß, wie viel man benötigt und wie die regulären Ausgaben aussehen, ist schon viel gewonnen. Die Zeit des Pflichtpraktikums ist eine Ausnahmesituation, was dieses Thema angeht und in vielen Fällen besonders für Student*innen, die während des Studiums arbeiten, eine finanzielle Herausforderung. Personen, die nicht arbeiten müssen, sollten sich meiner Meinung nach voll und ganz auf das Praktikum konzentrieren. Es ist eine Vollzeitstelle, die einem in den meisten Fällen einiges abverlangt und dazu noch eine Chance, mehr zu lernen sowie Kontakte zu knüpfen. Wenn einem die Praktikumsstelle gefallen hat und der Arbeitgeber zufrieden mit der Leistung war, stehen die Chancen gut, nach dem Praktikum dort einen Nebenjob zu erhalten. Dieser ist deutlich studiennäher als typische Nebenjobs und kann in der Zukunft sehr hilfreich sein. Dessen sollte man sich bewusst sein und entsprechende Prioritäten setzen.

Im Optimalfall sollte man sich schon vor der Praktikumssuche die eigene finanzielle Lage vergegenwärtigen und, falls notwendig, gezielt nach bezahlten Stellen suchen. Wichtig: Bei Personen, die BAföG und zugleich eine Praktikumsvergütung erhalten, wird Geld vom BAföG-Betrag abgezogen.

Kommt man in eine Situation, bei der die Einrichtung nicht zahlt oder man auch mit der Praktikumsvergütung nicht genug Geld zur Verfügung hat, sollte man die Praktikumsstelle vor Beginn darüber informieren und fragen, ob es möglich ist, nebenbei noch einem weiteren Job nachzugehen. Die Einrichtungen können sehr verständnisvoll sein, was dies betrifft, jedoch sollte man mit den zuständigen Personen sprechen und ein klares Feedback einfordern. Stößt man auf Zuspruch, sollte man darauf achten, die Arbeitszeiten sowie den Arbeitsweg realistisch im Voraus zu planen. Das Arbeitspensum des Praktikums lässt sich erst nach Beginn richtig einschätzen, es ist allerdings keinesfalls zu unterschätzen. Bei falscher Energieeinteilung ist man weder hilfreich bei seinem Nebenjob noch am Praktikumsplatz.

Ich selbst habe trotz unbezahlter Stelle nur selten gearbeitet, und das immer gezielt außerhalb der Praktikumszeiten und nur, sofern es mein Arbeitspensum zugelassen hat. Mit einem festen Nebenjob wäre ich persönlich überfordert gewesen, gerade zu der Zeit, in der ich nebenbei noch meinen Praktikumsbericht geschrieben habe. Für einen Ausgleich ist mir auch die Freizeit am Wochenende sehr wichtig, daher kam auch dieser freie Zeitraum für mich als Arbeitszeit nicht in Frage.

Für Student*innen, die neben dem Praktikum eine weitere Beschäftigung ausüben müssen oder wollen, klingt der Begriff Home-Office sehr ansprechend. So spart man sich für eine Tätigkeit den Arbeitsweg und ist deutlich flexibler. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ein Praktikum im Home-Office keineswegs dieselben Einblicke ermöglicht wie ein Praktikum vor Ort. Man lernt nicht alle Kolleg*innen kennen, spricht meist nur mit den eigenen  Ansprechpartner*innen; und die Arbeitsroutine muss man sich selbst erarbeiten. Natürlich ist es aufgrund von Coronamaßnahmen in meinem Fall vollkommen verständlich gewesen, jedoch sollte man meiner Meinung nach, wenn man die Möglichkeit hat, vor Ort arbeiten. Einem Nebenjob im Home-Office nachzugehen, stelle ich mir dagegen vorteilhaft vor. Hier sind die Aspekte, die während eines Praktikums sehr wichtig sind, nämlich meistens von geringerer Bedeutung. Im Fokus steht hier vorrangig der finanzielle Aspekt.

Mit etwas Planungsgeschick und Glück lässt sich die richtige Praktikumsstelle, sowie, falls benötigt, der richtige Nebenjob finden. Es sind sechs wichtige Monate, in denen man sich genauer festlegen kann, was die berufliche Orientierung nach dem Praktikum betrifft. Diese sollte man so gut wie möglich nutzen und den Rest, wenn möglich, an die gewünschte Praktikumsstelle anpassen.

In drei Schritten zu (d)einem Praktikumsplatz – eine Hilfestellung

In drei Schritten zu (d)einem Praktikumsplatz
Eine Hilfestellung

Von Nisse Lassen

Schon am Ende des ersten Semesters werden die Studierenden oft darauf hingewiesen, sich frühzeitig einen Praktikumsplatz zu suchen. So richtig ernst nehmen viele diese Aufforderung aber erst ab dem zweiten Semester. Dann fängt man meistens irgendwann mitten im Semester an, zu überlegen, in welche Richtung es denn gehen könnte. Die ersten Bewerbungen gehen dann Ende des Sommers raus und somit auch die ersten Absagen. Und zack! Steht man einen Monat vor Beginn des Semesters ohne einen Praktikumsplatz da. Auf einmal muss man sich umorientieren und bewirbt sich einfach „irgendwo“, in der Hoffnung, noch einen Platz zu ergattern, da alle guten Plätze schon belegt sind. Am Ende verbringt man dann 23 Wochen an einer Arbeitsstelle, die einem überhaupt nicht liegt.

Damit dir genau das nicht passiert, erhältst du hier eine kleine Hilfestellung mit den drei wichtigsten Punkten, die du beachten solltest, um frühzeitig das bestmögliche Praktikum zu ergattern.

 

  1. Zeitmanagement:

    Natürlich will kein*e Studierende*r, der oder die gerade erst mit dem Studium begonnen hat und erst einmal herausfinden muss, ob der Studiengang überhaupt der richtige ist, schon irgendwas von einem Praktikum wissen, geschweige denn, sich auf eines bewerben. Da kommen Fragen auf wie: „In was für einer Arbeitsstelle möchte ich überhaupt arbeiten?“ oder „Inwiefern ist dieses Praktikum für meine Zukunft von Bedeutung?“ Wer keine Antworten darauf findet, wird schnell frustriert sein und noch weniger Motivation haben, sich eine geeignete Stelle zu suchen. Wichtig ist also, sich schon frühzeitig darüber Gedanken zu machen. Umso früher du weißt, in welche Richtung du gehen möchtest, also wissenschaftliche Bibliothek, öffentliche Bibliothek oder Informationseinrichtung, umso besser kannst du bei deiner Recherche zu einem Praktikumsplatz eine Entscheidung treffen. Denn je später du Bewerbungen rausschickst, und du musst davon ausgehen, dass du mehr als eine Bewerbung verschicken musst, desto wahrscheinlicher ist es, einige Absagen zu bekommen. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind viele Stellen schon belegt. Die Einrichtungen selbst wissen nämlich auch, wann die Praktikanten zu ihnen kommen wollen und richten sich darauf ein. Wenn deine Bewerbung erst zwei Wochen vor dem gewünschten Start des Praktikums bei ihnen eintrudelt, wird sie schnell abgelehnt, weil sich die Einrichtungen gar nicht auf dich einstellen kann. Ich empfehle dir also, wenn du zum Beginn des 3. Semesters mit deinem Praktikum anfangen möchtest, schon ab Februar des Praktikumsjahres deine ersten Bewerbungen zu versenden. So kannst du dich auf mögliche Absagen einstellen und hast bei einer schnellen Zusage hinten heraus keinen zusätzlichen Stress.

 

  1. Spezifikation
    Jeder möchte am liebsten die perfekte Praktikumsstellehaben, eine, die genau auf einen zugeschnitten ist. Doch was könnte diese Stelle sein, und wo finde ich sie? Zunächst einmal sollte einem bewusst werden, woran man sich bei der Suche orientieren möchte. In unserem Studiengang gibt es drei große Säulen: öffentliche Bibliotheken, wissenschaftliche Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Viele, die das Studium beginnen, wissen nur, dass sie in einer Bibliothek arbeiten möchten. Man sollte also die Unterschiede kennen. Die ersten zwei Semester geben dahingehend schon einen guten Einblick, doch der Alltag in einer Bibliothek wird trotzdem nicht wirklich transparent. Deswegen empfehle ich den EMIL-Raum “Praxissemester Bibliotheks- und Informationsmanagement” in dem du viele Praktikumsberichte von früheren Semestern findest. Dort sind Erfahrungsberichte eingestellt, die dir eine erste Orientierung geben. Außerdem empfehle ich dir, dich in unserem Blog. Hilfreich ist zum Beispiel die Übersicht zu bekannten Hamburger Praktikumsstellen, die Karte findest du hier: Virtuelle Karte. Erstelle dir auf deiner Suche nach dem Praktikum eine Übersicht möglicher Einrichtungen. Schreibe dir unter anderem die wichtigsten Informationen wie Arbeitszeit, Verfügbarkeit, Gehalt, Arbeitsweg und andere dir persönlich wichtige Dinge auf. Nun kannst du eine Art Rangliste erstellen und diese mit deinen Bewerbungen abarbeiten.

 

  1. Bewerbung
    Mit der richtigen Bewerbung steht und fällt ein guter Praktikumsplatz. Hebt sich deine Bewerbung von anderen ab, kommst du sehr schnell an einen begehrten Praktikumsplatz. Du solltest auf jeden Fall immer alle wichtigen Dokumente bereithalten. Dazu zählen der Lebenslauf, (Praktikums-)Zeugnisse und ein Anschreiben, welches du als Vorlage nehmen und abändern kannst. Erstelle dir am besten auf deinem PC/Laptop einen Ordner, in dem du alle wichtigen Dokumente sammelst. Ich empfehle dir, bei deiner möglichen Praktikumsstelle zunächst anzurufen, bevor du einfach per E-Mail deine Bewerbung losschickst. Das bietet einige Vorteile. Zum einen wirkt ein Anruf freundlich sowie persönlicher als eine unangekündigte E-Mail, zum anderen kannst du damit auch viel Zeit sparen. Denn es kann vorkommen, dass im ersten Satz schon klar wird, dass die Einrichtung momentan gar nicht auf der Suche nach Praktikant*innen ist oder es einfach nicht passen würde. Manchmal verläuft ein Telefonat allerdings auch so positiv, dass man direkt zu einem Gespräch eingeladen wird oder man schon viel über sich selbst erzählen kann und dies dann nicht mehr im Nachhinein schriftlich tun muss. Generell gibt es im Internet viele nützliche Tipps und Vorlagen zu schriftlichen Bewerbungen oder auch dazu, wie man sich richtig bei einem Bewerbungsgespräch verhält. Eine Seite, die dir dabei hilft, findest du z.B. hier: https://www.yourfirm.de/karriere-ratgeber/richtiges-verhalten-im-bewerbungsgespraech/.

Zum Schluss kann ich dir nur mit auf den Weg geben, dass wenn es bei der ersten oder zweiten Bewerbung nicht klappen sollte, du dir auf gar keinen Fall selbst Druck machen solltest. Wenn du rechtzeitig anfängst, dir über das Praktikum Gedanken zu machen, findet jede*r einen geeigneten Platz. Zur Not gibt es auch immer Ansprechpartner*innen unter den Dozent*innen, die dir gerne weiterhelfen und viele mögliche offene Stellen kennen.


Ich hoffe, diese kleine Hilfestellung hat dir ein paar nützliche Tipps gegeben und wünsche dir viel Glück für dein Praktikum!

Virtuelle Karte

Virtuelle Karte möglicher Praktikumseinrichtungen Hamburg und Umgebung

Von Sinah Sadlowski

Hier seht ihr eine Zusammenstellung der von Studierenden des Bibliotheks- und Informationsmanagements besuchten Praktikumsstellen in den letzten vier Jahren. Für einige Studierende kann es entscheidend sein, wie weit entfernt die Einrichtung vom Wohnort ist. Diese Karte bietet eine gute Übersicht und unterstützt bei der Suche.  

Beachtet, dass es auch außerhalb Hamburgs Praktikumseinrichtungen gibt (z.B. Helsinki). Um diese zu sehen, müsst ihr mit der Karte etwas herauszoomen. 

Ihr müsst nur eine Stecknadel anklicken und schon erhaltet ihr alle wichtigen Informationen rund ums Praktikum, wie:  

  • Name der Einrichtung und Einrichtungsart 
  • Ansprechpartner*innen für Praktikant*innen, soweit bekannt 
  • Kontaktmöglichkeiten zu den Ansprechpartner*innen 
  • Adresse der Einrichtung 
  • Webseite der Einrichtung 
  • In welchen Jahren diese Einrichtung eine/n BIM-Praktikant*in hatte (rückblickend bis 2018/19) 

Anhand der Symbole könnt ihr auf den ersten Blick erkennen, um welche Einrichtungsart es sich handelt: 

Bild2

= öffentliche Bibliothek (ÖB)  

Bild3

= wissenschaftliche Bibliothek (WB) 

Bild4

= Informationseinrichtung (IuD) 

Bekannte und Unbekannte zehn Praktikumsstellen im Profil

Bekannte und unbekannte zehn Praktikumsstellen im Profil

– Aufgaben, Projekte und Erfahrungen von Studierenden in wissenschaftlichen Einrichtungen

Dafür haben wir eine Art Ranking erstellt: Die bekannten und unbekannten Praktikumsstellen der vergangenen zehn Jahre. Wo waren auffallend viele Studierende, wo nur ein einziges Mal?

Zehn Einrichtungen haben wir herausgesucht, die wir kurz beschreiben. Dabei orientieren wir uns an den Praktikumsberichten der Studierenden, die dort ihr Praktikum absolvierten und auf die wir in den Beiträgen verweisen. Wir können daher keine Verantwortung übernehmen, was die Korrektheit der Angaben und der Beschreibungen in den Berichten betrifft. Doch wollen wir unsere Beiträge, wo wir es für sinnvoll halten, mit Informationen aus eigenen Recherchen oder Erfahrungen ergänzen.

Wir konzentrieren uns auf wissenschaftliche Bibliotheken und Einrichtungen. Bei der Zusammenstellung achteten wir darauf, dass möglichst alle Bereiche vertreten sind: Museen und Bildungseinrichtungen (Hochschule und Universität) genauso wie Archive und Spezialbibliotheken – und all jene, die irgendwo dazwischen liegen.

Die Beiträge sollen mögliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Arbeitsabläufen aufzeigen und widerspiegeln, wie die Studierenden ihr Praktikum bewertet haben. Das soll dir einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten geben – und es dir so leichter machen, die passende Einrichtung für dich zu finden.

Altonaer Museum (Bibliothek und Archiv)

Museumstraße 23

22765 Hamburg

14x

2011/2012 + 2012/2013 + 2015/2016 + 2016/2017 + 2017/2018 + 2019/2020 + 2020/2021 + 2021/2022

Die Einrichtung

In keiner anderen Einrichtung, die auf dieser Seite aufgelistet ist, haben so viele Studierende ihr Praktikum absolviert wie im Altonaer Museum: ganze zwölf Mal. Vielleicht liegt das daran, dass dort pro Jahrgang oft mehr Stellen angeboten werden und daher mehr Praktikant*innen zeitgleich in Bibliothek und Archiv des Museums arbeiten können. Ein weiterer Grund wäre demnach, dass Praktikant*innen dort grundsätzlich sehr gerne gesehen sind. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Die Bibliothek des Altonaer Museums ist eine Präsenzbibliothek mit einem Bestand von ca. 80.000 Büchern. Inhaltlich spiegelt dieser die Sammlung des Museums wider. Die Schwerpunkte liegen unter anderem auf der Geschichte und Landeskunde Norddeutschlands, der Stadt- und Regionalgeschichte, der Kulturgeschichte und Volkskunde sowie der Schifffahrt und Fischerei.

Die Aufgaben

Bibliothek

Den Großteil der Zeit verbrachten die Studierenden in der Bibliothek. Die Hauptaufgabe lag in der Regel darin, den Altbestand über WinIBW in den Verbundkatalog GVK einzutragen. Ein Teil davon war nämlich noch auf Karteikarten vermerkt und im Zettelkatalog zu finden. Meistens waren die Bücher bereits angelegt worden, man musste also nur noch den Exemplardatensatz der Bibliothek an die richtige Aufnahme in WinIBW anhängen. Doch bei älteren und seltenen Ausgaben kam es vor, dass noch keine Aufnahme angelegt und somit eine Neuaufnahme nötig war. Dabei halfen neben den Absprachen mit der Bibliotheksleiterin auch die Kenntnisse aus Datenstrukturierung 1 und 2.

Außerdem stellten die Praktikant*innen für ein Digitalisierungsprojekt der Staats- und Universitätsbibliothek 300 Bücher zusammen (in den zuletzt absolvierten Praktika waren das Kinderbücher), die dann von Stabi-Mitarbeiter*innen abgeholt wurden. Auch wurden Rechercheaufträge von Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Besucher*innen bearbeitet.

Archiv

Zudem waren die Praktikant*innen auch immer im Archiv tätig. Dieses umfasst ein Grafikarchiv mit fast 100.000 Einzelblättern, ein Fotoarchiv mit mehr als 50.000 Fotografien und ein Archiv für Schriftgut und Alltagsobjekte aus Papier. In letzterem sind beispielsweise Handwerker-Urkunden, Firmenkonvolute und Tagebücher untergebracht. Außerdem enthält das Archiv eine der größten Postkartensammlungen Deutschlands mit rund 1,5 Millionen Postkarten.

Die Aufgaben im Archiv fielen in der Vergangenheit oft mit dem Praktikumsprojekt zusammen. Im Folgenden sollen ein paar Beispiele für solche Projekte beschrieben werden.

Die Projekte

Die Projekte bestanden oft darin, alte Familienkonvolute des Archivs – also alle gesammelten Dokumente, die von einer bestimmten Familie stammen oder sich auf diese beziehen – zu erschließen und die Objekte und Schriftstücke in die Museumsdatenbank DigiCULT aufzunehmen. Bei einer Praktikantin aus dem Jahrgang 2020/2021 bestand solch ein Familienkonvolut zum Beispiel aus Briefen, Bildern und Postkarten. Die Objekte wurden in Papierhüllen verpackt und diese mit Inventarnummern versehen. Ein besonderes Dokument in der Sammlung waren die Lebenserinnerungen eines Tischlermeisters aus dem 19. Jahrhundert. Auch den Großen Brand von Hamburg im Jahr 1842 hatte er miterlebt. Wie genau ein solche Erschließung funktionierte, das erfährst du ausführlich in den Praktikumsberichten der jeweiligen Jahrgänge (siehe Kopfzeile).

Andere Projekte befassten sich mit dem Transkribieren von Briefen, Stammbüchern und Rezepten, die in alter deutscher Schrift verfasst waren. Im Vorfeld dazu nahmen die Praktikant*innen an einem VHS-Kurs teil, wo sie lernten, die Sütterlin-Schrift zu lesen und zu schreiben.

Erfahrungen und Bewertung Die Praktikant*innen der vergangenen Jahrgänge berichten von einer sehr angenehmen Arbeitsatmosphäre und einem freundlichen Miteinander unter den Angestellten und Ehrenamtlichen. Dabei gewannen sie Einblicke in zwei Arbeitsbereiche, Archiv und Bibliothek, in einem Museum. Sie führten ihre Aufgaben selbstständig aus und bekamen dadurch auch einen Eindruck davon, wie wichtig die Arbeit eines Museums im Allgemeinen und von Bibliothek und Archiv im Besonderen für Forschung, Bildung und die Weitergabe von Wissen ist. Mehreren gefiel ihr Praktikum im Altonaer Museum so gut, dass sie sich jetzt sehr gut vorstellen können oder sogar wünschen, später in einer wissenschaftlichen Bibliothek bzw. in einer Museumsbibliothek oder einem Museumsarchiv zu arbeiten.

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Von-Melle-Park 3

20146 Hamburg

9x

2010/2011 + 2011/2012 + 2012/2013 + 2013/2014 + 2016/2017 + 2019/2020 + 2020/2021

Die Einrichtung

Neun Mal haben Studierende in den vergangenen zehn Jahren ihr Praktikum an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg (Stabi) gemacht. Kein Wunder. Handelt es sich doch um Hamburgs größte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek und die Zentralbibliothek der Universität und der anderen Hochschulen. Außerdem übernimmt sie die Aufgaben einer Landes- und Archivbibliothek und bildet mit der Ärztlichen Zentralbibliothek des UKE das Bibliothekssystem Universität Hamburg.

Ihr Bestand umfasst über 3,5 Millionen Bücher, hinzu kommen ca. 5.600 Zeitschriften und 73.500 E-Zeitschriften. Alle Wissenschaftsfächer sind darin vertreten. Einen Schwerpunkt bildete die Bibliothek im Rahmen des Sondersammelgebietsplans der Deutschen Forschungsgemeinschaft. So umfassend wie möglich sammelte sie Titel zu Politik und Friedensforschung, Verwaltungswissenschaften, Küsten- und Hochseefischerei, Indigene Völker Nordamerikas und der Arktis sowie Spanien und Portugal.

Die Aufgaben

Die Aufgaben der Praktikant*innen waren zahlreich und vielseitig den acht Praktikumsberichten zufolge, die davon erzählen. Dieser Beitrag orientiert sich an den jüngsten Berichten (Jahrgang 2019/2020), um einigermaßen die Aktualität der dort beschriebenen Aufgaben und Erfahrungen gewährleisten zu können. Schließlich soll dich dieser Beitrag über die möglichen Aufgaben, Themen etc. informieren, die auch für dich infrage kommen könnten.

Wenn du mehr über die einzelnen Arbeitsschritte und die vielen Aufgaben der beiden Praktikant*innen erfahren möchtest, dann lohnt sich ein Blick in den Praktikumsbericht (Jahrgang 2019/2020). Die Aufgaben und Projekte, die dort beschrieben werden, gleichen sich an vielen Stellen. Um diese zusammenzufassen, verwende ich als Vorlage vorrangig den Bericht der Studentin, da dieser sich detaillierter mit den einzelnen Arbeitsschritten auseinandersetzt. Beim Fazit versuche ich, beide Ansichten zu berücksichtigen.

Die Praktikantin hat während ihres Praktikums alle Abteilungen der Stabi durchlaufen. So erhielt sie einen guten Gesamteindruck über die Arbeitsabläufe. In der Hauptabteilung Akquisition arbeitete sie in den Abteilungen des Nichtkaufs mit. Damit sind unter anderem geschenkte und getauschte Bücher gemeint. Die Praktikantin katalogisierte Monografien, die über die Pflichtabgaben in die Bibliothek gekommen waren, mit dem Zentralen Bibliothekssystem von OCLC (CBS). In der Abteilung Zeitschriftenbearbeitung bekam sie Einblicke in die Lizenzverwaltung von E-Medien und der Webseiten-Archivierung. Außerdem war sie in den Abteilungen Kauf und Digitalisierung tätig.

In der Hauptabteilung Collection ging es um die Sondersammlungen, also die besonderen und historischen Bestände. Darunter fallen die Bereiche Handschriftensammlung, Nachlässe und Autographen, Seltene und Alte Drucke, die Musiksammlung, die Theatersammlung, Karten und Ansichten sowie die Gemäldesammlung. Unter anderem bekam die Praktikantin eine Einführung zu einem Kupferstich-Projekt und zum Umgang mit NS-Raubgut. Darüber hinaus hat sie das Wolfgang-Borchert-Archiv kennengelernt und durfte einen Blick in den Tresor werfen, wo die Raritäten aufbewahrt werden.

In den weiteren Unterabteilungen lernte die Praktikantin digitale Projekte kennen und einen digitalen Assistent für die inhaltliche Erschließung. In der Hauptabteilung Benutzung verbuchte sie die Bestellungen für den Lesesaal und gab Auskunft am Tresen. Außerdem dufte sie im Informationszentrum bei der Rechercheberatung zusehen. Mit den anderen Praktikant*innen erarbeitete sie Vorschläge, wie man Führungen für Kinder und Studierende verbessern könnte. Ihr Ergebnis: durch interaktive Elemente. Bei Schülern könnte das eine Art Rallye sein, um die wichtigsten Bereiche des Hauses zu erkunden. In IT/Forschung und Entwicklung wurde sie über den hauseigenen Open-Access-Verlag Hamburg-University-Press und über modernes Publizieren informiert. Außerdem durfte sie an einer Sitzung des Projekts Hamburg Open Science teilnehmen. Hierbei erfuhr sie, welche Strategien des Projektmanagements angewandt wurden.

Das Projekt

Die Praktikantin führte drei Projekte durch, die sich aus den Arbeiten der unterschiedlichen Hauptabteilungen ergaben. Zwei Projekte waren im Bereich der Digitalisierung – in Akquisition und Collection – ein weiteres in der IT angesiedelt.

HaKiN

Im ersten Projekt war das Thema die Digitalisierung von Bibliotheksbeständen im Zusammenhang mit Hamburger Kultur im Netz, einem Stabi-Projekt. Hauptsächlich bearbeitete dabei die Praktikantin die Metadaten von Zeitschriften der Theologischen Universitätsbibliothek. Über die Software Kitodo legte sie die Paginierung, die Struktur- und Metadaten der einzelnen Werke fest. Bei der Paginierung beispielsweise mussten die Bilddateien mit der entsprechenden Seitenzahl versehen werden.

Für ein weiteres HaKiN-Projekt, das sich mit dem Bibliotheksbestand des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden befasst, führte die Praktikantin die Qualitätskontrolle durch. Dabei überprüfte sie die Paginierung, Struktur- und Metadaten auf ihre Richtigkeit und passte diese gegebenenfalls an.

Dehmel-Archiv

Auch das zweite Projekt befasste sich mit der Digitalisierung. Dabei ging es um Dehmel digital, ein geplantes Projekt mit der Universität Hamburg. Dazu sollen etwa 34.000 Briefe des Dichters Richard Dehmel gescannt und digital zugänglich gemacht werden. Die Praktikantin übernahm einen Teil der Vorbereitung für das Projekt. Dafür erhielt sie die Namen von zehn Personen, mit denen Dehmel häufig in Kontakt war. Die entsprechenden Briefe erschloss die Praktikantin formal und legte dazu Vorgänge in Kitodo an. In ihrem Praktikumsbericht sind dazu Bilder zu sehen.

Erklärvideo für Katalogplus

Um den neuen Stabi-Katalog, der im Februar 2020 präsentiert werden sollte, zu erklären und damit den Einstieg zu erleichtern, war die Erstellung eines Videos geplant. Dieses erarbeitete sie in Teilen zusammen mit dem Praktikanten, der dort zeitgleich sein Praktikum absolvierte (siehe Praktikumsbericht, Jahrgang 2019/2020).

Im Vorfeld recherchierte sie Erklärvideos, die bereits von anderen Bibliotheken erstellt worden waren. Ein weiterer schwieriger Schritt war, die passende Software und ein geeignetes Programm für die Videobearbeitung zu finden. Diese sollten kostenfrei, hochwertige Ergebnisse liefern und zudem leicht zu bedienen sein.

Anschließend musste ein Konzept erarbeitet werden. Als Motto kam dabei heraus: „Der Katalogplus erklärt in 5 Minuten.“ Im Praktikumsbericht kannst du nachlesen, wie das Video langsam Gestalt annahm. Dort werden die weiteren Schritte ausführlich und anschaulich mit Bildern erklärt.

Erfahrungen und Bewertung

Beide Praktikant*innen zogen einen positiven Schlussstrich unter ihr Praktikum. Beide durften viele Bereiche kennenlernen und erhielten dabei Einblicke in die unterschiedlichsten Arbeitsschritte einer wissenschaftlichen Bibliothek. Auch bei innovativen Projekten durften sie dabei sein und mitarbeiten. Trotzdem hätte die Praktikantin gerne noch selbstständiger arbeiten wollen.

Bei den Digitalisierungsprojekten merkte sie, dass sie eine hilfreiche Unterstützung war und die Bibliothek durch ihre Tätigkeiten vorankam, was sie zusätzlich motivierte. Abschließend resümiert sie, dass ihr die gewonnenen Erkenntnisse noch lange in Erinnerung bleiben werden. 

Hamburger Kunsthalle

Glockengießerwall 5

20095 Hamburg

8x

2010/2011 + 2011/2012 + 2012/2013 + 2013/2014 + 2019/2020 + 2020/2021 + 2021/2022

Die Einrichtung

Die Bibliothek der Kunsthalle ist eine Präsenzbibliothek. Die Bücher sind nur im Lesesaal einsehbar. Die Hamburger Kunsthalle ist mit ca. 200.000 Medien die wichtigste kunstwissenschaftliche Fachbibliothek im norddeutschen Raum.

Die Aufgaben

Nach dem Kennenlernen der Einrichtung, hatten Praktikant*innen in der Kunsthalle immer wieder die Möglichkeit, bei der Gestaltung ihrer Aufgaben mitzubestimmen. Das war auch immer davon abhängig, welche Aufgaben gerade erledigt werden mussten. Deshalb gab es oft keinen festen Plan. In der Vergangenheit gab es jedoch Aufgaben, die regelmäßig erledigt wurden. Dazu gehörten vor allem die Erfassung und Auswertung statistischer Daten, z.B. über die interne und externe Ausleihe. Praktikant*innen durften auch regelmäßig an Veranstaltungen teilnehmen. Bei den Veranstaltungen konnten sie sich Wissen über die Ausstellungen aneignen, welches dann auch relevant für die Beratung von Leser*innen in der Bibliothek war. Praktikant*innen durften nämlich auch den Lesesaal beaufsichtigen und dabei immer wieder beraten. Abwechslungsreich waren vor allem die Arbeit mit der Ausstellungsdatenbank Manual und die Arbeit im Archiv der Kunsthalle.

Alltägliche Aufgaben der Praktikant*innen waren die Bearbeitung von Rechercheaufträgen, welche meistens per E-Mail kamen, und auch die Katalogisierung, das Auspacken von Post und die Eintragung in den Tausch- oder Kaufkardex. Die Bibliothek brauchte auch regelmäßig Unterstützung bei Entsäuerungsaktionen und beim Dublettenverkauf, wofür im Vorfeld alle Dubletten erst einmal überprüft werden mussten.

Die Projekte

In der Kunsthalle haben Praktikant*innen regelmäßig mehrere Optionen bereitgestellt bekommen und durften sich dann selbst eine Projektidee herauspicken. Diese waren oft Aufgabengebiete, die von besonderer Relevanz für die Zukunft der Bibliothek waren.

Ein*e Praktikant*in hat für ihr Projekt eine Sondersammlung erschlossen. Dafür hat sie Eingaben in eine Datenbank gemacht und eng mit den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen der Kunsthalle zusammengearbeitet. Ein*e weitere*r Praktikant*in hat eine Nutzerumfrage erstellt und durchgeführt, in der es darum ging, wie man mehr Studierende für die Bibliothek gewinnen kann. In einem anderen Projekt ging es um Bestandspflege und es wurde ein Handout mit Regeln für den richtigen Umgang mit Bibliotheksmaterialen erstellt. Ganz ähnlich war ein Projekt, in dem ein Bestandskonzept für den Studiensaal erstellt wurde und ein Projekt, in dem ein Handout für die Erfassung und Aufbewahrung des AV-Medienbestandes erstellt wurde.

Erfahrungen und Bewertung

Insgesamt hat die Arbeit in der Bibliothek der Kunsthalle allen Praktikant*innen sehr gefallen und sie haben viel gelernt. Gerade die Verbindung zwischen der Kunstwelt und der Bibliotheksarbeit wurde als attraktiv empfunden. Die Kunsthalle ist bestimmt der richtige Praktikumsplatz, wenn man sich sowieso schon für Kunst interessiert und Spaß an wissenschaftlicher Arbeit hat. Außerdem haben alle Praktikant*innen wichtige Erfahrungen aus der Projektarbeit für sich mitnehmen können. Die Arbeit in der Bibliothek war sehr abwechslungsreich und unvorhersehbar, gerade auch wegen der wenigen Mitarbeiter*innen, weshalb Flexibilität wichtig war.

Hamburger Institut für Sozialforschung

Mittelweg 36

20148 Hamburg

8x

2011/2012 + 2013/2014 + 2015/2016 + 2016/2017 + 2017/2018 + 2018/2019 + 2020/2021 + 2021/2022

Die Einrichtung

Das Hamburger Institut für Sozialforschung ist ein unabhängiges sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut. Das Institut hat sowohl eine Bibliothek als auch ein Archiv. Die 1984 eingerichtete Bibliothek ist eine Präsenzbibliothek und enthält ca. 52.000 Druck- und Onlinemedien. Das 1988 gegründete Archiv sammelt Quellen zu verschiedenen Themen der Zeitgeschichte, insbesondere zum Thema Protestbewegung.

Die Aufgaben

Das Besondere am Institut für Sozialforschung war, dass Praktikant*innen sowohl die Möglichkeit bekommen haben, einen Einblick in die Bibliothek als auch in das Archiv des Instituts zu bekommen. Dementsprechend war das Praktikum immer zweigeteilt und es wurden Aufgaben in beiden Bereichen erledigt. Zu den Aufgaben in der Bibliothek gehörte vor allem die Durchführung von Recherchen für die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Instituts. Diese geschahen aber erst nach einer Einführung der Praktikant*innen in die Vorgehensweise bei der Literaturrecherche und dem Kennenlernen der Datenbanken. Außerdem gehörten typische Bibliotheksaufgaben dazu, wie das Wegstellen von Büchern, die Bereinigung des Neuanschaffungsregals und allgemein die Pflege der Regale. Außerdem bekam das Institut für Sozialforschung regelmäßig Ansichtssendungen von bestimmten Bibliotheken. Diese waren wichtig für die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen. Sie konnten sich die Bücher anschauen und dann der Bibliothek Bescheid geben, ob sie bestimmte Bücher haben wollten. Daraufhin erfolgte eine Überprüfung der Bücher seitens der Bibliothek, weil es sich auch um Dubletten handeln könnte, und erst dann wurde eine Entscheidung getroffen. Regelmäßig fanden auch Touren zu verschiedenen Bibliotheken statt. Eine weitere Aufgabe am Institut für Sozialforschung war nämlich das Ausleihen und das Zurückgeben von Büchern, aber auch das Kopieren von Aufsätzen aus Zeitungen. Das Institut für Sozialforschung hat regelmäßig an der Nacht des Wissens teilgenommen, und bei der Planung für die Veranstaltungen durften Praktikant*innen in der Vergangenheit immer wieder teilnehmen.

Die Hauptaufgabe im Archiv war das Erschließen. Praktikant*innen hatten hier die Möglichkeit, an Plakaten und Broschüren zu arbeiten, welche teilweise auf Beschädigungen geprüft werden mussten und digitalisiert wurden. Regelmäßig haben Praktikant*innen im Archiv die Aufgabe gehabt, abonnierte Zeitschriften und Zeitungen zu sichten. Dabei sollte vor allem auf relevante Themen, Artikel von Mitarbeiter*innen des Instituts und Veranstaltungen geachtet werden. Weitere Aufgaben waren das Zurücklegen von Zeitungen, das Kopieren für Nutzer*innen und der Abgleich von Zeitschriften mit der Datenbank.

Die Projekte

Während des Praktikums haben alle Praktikant*innen zwei Projekte durchgeführt – eins in der Bibliothek und eins im Archiv. Zu den Projekten in der Bibliothek gehörten in der Vergangenheit die Erweiterung der Bibliothek und die Neugestaltung eines Regals, die Bestandsaussonderung eines Teilbestands, die Erstellung eines Lageplans für die Bibliothek, das Korrekturlesen und die Ergänzung von Pica-Aufnahmen, eine Umfrage am Institut bezüglich Neuerscheinungen zu Büchern aus wissenschaftlichen Verlagen, die Einrichtung der elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB), die Aktualisierung und Neusortierung der Publikationslisten der Institutsmitarbeiter*innen und das Einrichten eines Tablets zur Nutzung für digitale Zeitschriften.

Zu den Projekten im Archiv gehörten die Bearbeitung von verschiedenen Beständen, die Erstellung eines Findbuches und einer Systematik für einen Bestand, die Digitalisierung von Broschüre-Covern und Vorbereitung von Veranstaltungen.

Erfahrungen und Bewertung

Besonders gut gefallen hat den Praktikant*innen, die am Institut für Sozialforschung ihr Praktikum absolviert haben, dass sie einen Einblick in die Bibliothek und das Archiv bekommen konnten. Dabei konnte im Bereich Bibliothek das Wissen aus dem Studium angewendet werden. Die Archivarbeit war hingegen nicht bekannt aus dem Studium, deshalb wurde hier besonders viel gelernt. Alle Praktikant*innen haben sich am Institut als Teil des Teams gefühlt. Sie hatten die Möglichkeit, Eigeninitiative zu zeigen und selbstständig den Arbeitstag zu gestalten. Fragen durften immer gestellt werden, auch kritische. Ein Praktikum am Institut für Sozialforschung ist gerade dann empfehlenswert, wenn man sich für die inhaltliche Arbeit des Instituts interessiert, da die Arbeit im Archiv sehr inhaltsbezogen ist.

KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Jean-Dolidier-Weg 75

21039 Hamburg

5x

2010/2011+ 2016/2017 + 2017/2018 + 2018/2019

Die Einrichtung

Die Bibliothek der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist eine Präsenzbibliothek. Der Buchbestand umfasst ca. 18.000 Bände und 110 laufend gehaltene Zeitschriften. Zu den Schwerpunkten der Bibliothek gehören: KZ-Neuengamme und Außenlager, System der Konzentrationslager, Widerstand und Verfolgung in Norddeutschland, Zwangsarbeit, Gedenkstättenpädagogik und Erinnerungskultur.

Die Aufgaben

Die Praktikant*innen in der Bibliothek der KZ-Gedenkstätte Neuengamme durften die großen Aufgabenbereiche Erwerbung, Bestandserschließung und Bestandserhalt kennenlernen. Es fanden regelmäßig Seminare und Fortbildungen statt, die dazu dienen sollten, die Einrichtung besser kennenzulernen und Fragen von Besucher*innen zu beantworten. An diesen durften Praktikant*innen teilnehmen. Zu den alltäglichen Aufgaben in der Bibliothek gehörten die Bearbeitung von Leihscheinen, die Katalogisierung von Büchern und Aufsätzen, Hilfestellungen für Leser*innen und der Schriftentausch zwischen den verschiedenen Bibliotheken. Eine wichtige Aufgabe war auch die Auswahl von Büchern für die Bibliothek. Hierfür wurden sich die Beschaffungsvorschläge von Mitarbeiter*innen angeschaut, aber auch Buchbesprechungen und Neuerscheinungen. Dann erfolgte die Bestellung und anschließend die Inventarisierung, Katalogisierung und Verschlagwortung. Außerdem haben Praktikant*innen hier verschiedene Möglichkeiten der Bestandserhaltung kennengelernt und angewendet. Neben dem Schriftentausch zwischen den verschiedenen Bibliotheken, haben Praktikant*innen auch einen Einblick in die aktive und passive Fernleihe bekommen. Praktikant*innen durften auch bei den Entsäuerungsaktionen und Bücherflohmärkten unterstützen.

Die Projekte

Die meisten Praktikant*innen haben sich für ihr Projekt mit der Systematik der Bibliothek auseinandergesetzt und diese in verschiedenen Formen verändert und angepasst. Die Systematik war nämlich schon veraltet, weshalb diese Projekte gewünscht waren. Zwei Praktikant*innen hatten andere Projekte. Eine*r durfte den Vorlass eines Überlebenden des KZ-Neuengamme einarbeiten. Dieser hatte sich dazu entschieden, seine privaten Bücher der Bibliothek zu spenden. Ein*e andere*r Praktikant*in durfte die Ralph Giordano-Bibliothek einrichten. Dieser hatte auch seine komplette Privatbibliothek gespendet.

Erfahrungen und Bewertung

Den meisten hat das Praktikum deshalb so gut gefallen, weil sie den Alltag in einer One-Person-Library kennenlernen durften. Dadurch haben sie auch viele verschiedene Aufgabenbereiche kennengelernt. Außerdem hat den Praktikant*innen gut gefallen, dass ihnen viel Raum für eigene Ideen gegeben wurde und die Arbeit in der Bibliothek trotz der Routinetätigkeiten immer noch sehr vielseitig und abwechslungsreich war.

Freundeskreis des Hauses der Photographie

Deichtorstraße 1-2

20095 Hamburg

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2017/2018

Die Einrichtung

Der Freundeskreis des Hauses Photographie e.V. wurde 2009 gegründet. Ziel des Hauses ist die Förderung des Mediums Fotografie. Der Förderverein unterstützt die Arbeit der Deichtorhallen und organisiert Führungen, Symposien, Künstlergespräche und begleitende Veranstaltungen zu Ausstellungen sowie Portfoliosichtungen. Die Bibliothek umfasst über 9000 Werke zum Thema Fotografie, wobei ein Großteil eine Dauerleihgabe von F. C. Gundlach ist, des Gründungsdirektors des Hauses der Photographie.

Die Aufgaben

Da die Einrichtung eher klein ist, haben Praktikant*innen hier neben der Bibliothek auch Einblicke in die Aufgaben der Agentur und des Vereins bekommen. Zu den Aufgaben gehörten hier die Pflege der Freundeskreis-Webseite, das Erstellen der monatlichen Newsletter, das Verfassen der Pressemitteilungen zu besonderen Anlässen und die Planung von Veranstaltungen. In der Bibliothek fanden regelmäßig Künstlergespräche statt. Wichtig war auch die Vermittlung zwischen den Deichtorhallen und dem Freundeskreis. Zur Bibliothek gehört auch das Zeitschriftenarchiv, um das sich die*der Bibliothekar*in auch kümmerte. Das Besondere in der Bibliothek war, dass für die Titelaufnahmen eine eigene Datenbank mit eigenem Katalogisierungssystem entwickelt wurde, da die Bibliothek nicht dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund angehört. Außerdem wurde eng mit der Stiftung F. C. Gundlach zusammengearbeitet. Bücher und Zeitschriften wurden gemeinsam erschlossen, wobei die Einarbeitung der Bänder der Deichtorhallen in die Bibliothek Aufgabe der Bibliothek allein war. Dazu gehörte auch die Erfassung der unerschlossenen Zeitschriften im Archiv.

Die Projekte

Hier wurden mehrere Projekte durchgeführt. Zu den größten zählten hier die Vorbereitung des alljährlichen „Jäger & Sammler“-Symposiums und die Entwicklung des Instagram-Followerwettbewerbs „Friends Award“.

Erfahrungen und Bewertung

Das Praktikum wurde als sehr interessant empfunden. Es war gerade deshalb so speziell, weil die Bibliothek eine Museumsbibliothek und private Sammlung ist. Aus diesem Grund und weil es um Fotografie geht, waren die Abläufe und Nutzergruppen ganz anders als in anderen Bibliotheken.

HAW Hamburg – Fachbibliothek Design, Medien, Information

Finkenau 35 (Neubau, 2. Stock)
22081 Hamburg

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2015/2016

Die Einrichtung

Von der Fachbibliothek Design, Medien, Information hast du sicherlich schon gehört. Und wahrscheinlich hast du der Bibliothek auch schon mehrmals einen Besuch abgestattet. Sie befindet sich ja direkt auf dem Campus der gleichnamigen Fakultät der HAW Hamburg, wo auch der BIM-Studiengang gelehrt wird.

Der physische Bestand der Bibliothek, Teil des Hochschulinformations- und Bibliotheksservice (HIBS), umfasst etwa 40.000 Bücher. Die Themen und Inhalte spiegeln die Fachbereiche der Fakultät wider. Das sind Illustration, Kommunikationsdesign, Kunst, Foto, Mode, Kostüm, Textil, Bekleidung, Bibliothek und Medientechnik. Neben den Bücherregalen gibt es im sogenannten lauten Bereich diverse bunte und eckige Sitzmöglichkeiten. Außerdem werden den Studierenden mehrere Arbeitsplätze und Gruppenarbeitsräume zur Verfügung gestellt.

Die moderne Bibliothek verfügt über einen Self-Service, ermöglicht durch den Selbstverbuchungsautomat und die automatische Rückgabeanlage. Bücher können also auch außerhalb der Service-Zeiten ausgeliehen und zurückgebracht werden.

Die Aufgaben

Ein typischer Arbeitstag des Praktikanten begann um 9 und endete um 17 Uhr. In der ersten Woche lernte er das Bibliotheks-System kennen, indem er unter anderem Bücher einsortierte. So bekam er einen Überblick darüber, welches Regal welche Themen abdeckt. Außerdem prüfte der Praktikant Neuerwerbungen und glich sie mit den Rechnungen ab, um Vollständigkeit und Korrektheit der Bestellung sicherzustellen.

Bis ein neues Buch im Regal steht, sind mehrere Arbeitsschritte nötig. So befasste sich der Praktikant mit folgenden Tätigkeiten: Bestellen (er recherchierte in Werbekatalogen und durfte Titel empfehlen); Inventarisieren (der Wareneingang wird kontrolliert, die Bücher erhalten eine fortlaufende Zugangsnummer); Systematisieren (ein Schwerpunkt der Arbeit: der Praktikant ordnete das Buch einer Kategorie zu, anschließend erhielt es die Signatur im Lokalen Bibliothekssystem (LBS)); Katalogisieren (über WinIBW wurde der Titel gesucht und die Bibliothek durch das Ausfüllen bestimmter Felder dem Datensatz zugefügt, der meistens schon angelegt war); letzter Schritt: Signaturschilder drucken, Buch folieren, mit einer Sicherungsetikette ausstatten und auf dem Neuerwerbungstisch platzieren.

Weitere Aufgaben des Praktikanten waren die Ausleihe und Rücknahme von Titeln. Der Vorgang wurde über das LBS 4 abgewickelt.

Das Projekt

Schon vor Praktikumsbeginn erhielt der Student ein Projektthema. Es ging darum, ein Konzept für ein Video zu erarbeiten, das Nutzer*innen über die Hochschulbibliothek informiert. Dafür mussten Eckdaten und Angebote zusammengestellt werden – unter anderem Öffnungszeiten, Themenbereiche und Fragen zur Online-Anmeldung und zum Bibliotheksausweis. Des weiteren sollte das Video-Auskunft geben über die Suche im OPAC-Katalog und die Nutzung der Arbeitsplätze und Gruppenarbeitsräume.

Erfahrungen und Bewertung

Der Praktikant durfte viele Bereiche kennenlernen und relativ frei und selbstständig arbeiten. Außerdem gestaltete sich der Arbeitsalltag vielseitig und abwechslungsreich, und es herrschte eine angenehme Atmosphäre unter den Angestellten. Der Praktikant durfte auch andere Bibliotheken besuchen, um seinen „bibliothekarischen Horizont“ zu erweitern. Welche das waren, davon ist im Praktikumsbericht nichts zu lesen.

Als einen seiner Höhepunkte bezeichnet der Praktikant den Schnuppertag in der HIBS-Zentrale. Dabei erhielt er eine Führung und bekam von mehreren Mitarbeiter*innen Einblicke in deren Aufgaben und Abteilungen. So erfuhr er etwa viel über die geschichtlichen Hintergründe, die Struktur und Organisation des Verbundes.

Polizeimuseum Hamburg/Bibliothek der Polizeiakademie

Carl-Cohn-Straße 39

22297 Hamburg

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2016/2017

Die Einrichtung

Das Polizeimuseum befindet sich auf dem Gelände der Polizeiakademie in Winterhude, etwas weiter nördlich des Stadtparks. Es handelt sich um ein relativ junges Museum. Im Februar 2014 wurde es anlässlich des 200. Geburtstages der Hamburger Polizei eröffnet. Den Grundstock der Sammlung bilden Lehrmittel, die einst während der Ausbildung zum Polizeibeamten relevant waren und die aus dem früheren Kriminal- und Polizeimuseum stammen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde diese Sammlung größtenteils zerstört. Heute können sich Besucher*innen einen Überblick über die Polizeiarbeit der vergangenen 200 Jahre verschaffen. Außerdem informiert das Museum über Methoden der Kriminaltechnik und erzählt Hamburger Kriminalgeschichten nach.

Die Aufgaben

Während ihres Praktikums war die Studentin hauptsächlich im Sammlungsmanagement tätig, wobei sie ihr Projekt in der Bibliothek der Polizeiakademie durchführte. Für das Museum inventarisierte sie mithilfe der Software FirstRumos Museumsobjekte, die noch nicht erschlossen waren oder neu zur Sammlung hinzugekommen sind. Neben der Bezeichnung und Beschreibung des Objekts waren bei der Aufnahme weitere Felder relevant: Material, Maße, Herkunft, Verschlagwortung, Standort und Foto.

Neben mehreren losen Gegenständen erfasste die Praktikantin zwei größere zusammengehörige Sammlungen. Bei der ersten handelte es sich um Gegenstände, die von Mitgliedern der Hells Angels stammten. Polizeibeamte hatten diese in den 1960er Jahren beschlagnahmt, als die Gruppierung in Hamburg verboten wurde. Die Sammlung bestand unter anderem aus T-Shirts, Plakaten und selbstgebauten Waffen.

Bei der Inventarisierung der zweiten Sammlung nahm die Recherche den Großteil der Zeit ein. Zu erfassen war ein großes Mikroskop samt Tisch und Zubehör. Die Zeit, aus der das Objekt stammte, und der Modellname waren unbekannt. Einziger Hinweis war die Herstellerplakette, auf welcher der Name Carl Zeiss zu sehen war. Nach ausgiebiger Recherche in Internetforen kam die Praktikantin zu einem Ergebnis: Es handelte sich um ein Kameramikroskop mit dem Namen Ultraphot II aus den 1960ern.

Außerdem half die Studentin bei der Forschungsarbeit eines wissenschaftlichen Mitarbeiters. Dieser untersuchte, wie sich die Organisationsstruktur der Hamburger Polizei seit 1949 verändert hat. Ziel war es, eine Tabelle zu erstellen, die Auskunft darüber gab, welche Polizeiwache in welchem Jahr wo ansässig war und wie diese hieß. Dazu gingen sie mehrmals ins Hamburger Staatsarchiv, um in Akten und Telefonbüchern nach den Informationen zu suchen. 

Das Projekt

Wie schon erwähnt führte die Studentin ihr Projekt in der Bibliothek der Polizeiakademie durch. Dabei stellte sie sich die Frage, wie die Bücher sinnvoll sortiert werden können, und sie entwickelte eine Leihordnung und ein einfaches System für die Dokumentation. Der Hintergrund war, dass die Sortierung nach Sachgebieten durcheinandergeraten war, als die Bibliothekarinnen die Bücher im Gemeinsamen Verbundkatalog erfassten. 

Die Studentin wägte verschiedene Optionen ab und entschied sich schließlich dafür, die Bücher nach Signatur zu sortieren, ohne auf den Inhalt Rücksicht zu nehmen. So ist das gewünschte Buch schnell über FirstRumos zu finden und die Bibliotheksnutzer*innen finden sich zurecht, auch ohne die polizeifachlichen Sachgebiete zu kennen.

Um ein einfaches System für die Ausleihe an Mitarbeiter*innen innerhalb des Hauses und an Nutzer*innen der Akademiebibliothek zu erarbeiten, verfasste die Praktikantin eine Benutzungsordnung und Ausleihtabelle. Zur Benutzungsordnung fügte sie weitere Regeln und Informationen hinzu, zum Beispiel den Hinweis, wie mit antiquarischen Büchern umzugehen ist.

Erfahrungen und Bewertung

Die Praktikantin hat im Polizeimuseum die Erfahrung gemacht, dass viel Eigeninitiative erwartet wurde. So sollte sie mitbestimmen, welche Aufgaben sie übernimmt. Während ihres Praktikums bestand die Möglichkeit, alle Bereiche der Museumsarbeit kennenzulernen. Neben den bereits erwähnten waren das unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit, Museumspädagogik und Veranstaltungen.

Besonders gut gefallen hat ihr, dass sie am Herbsttreffen des Deutschen Museumsbundes und an anderen Fortbildungen teilnehmen durfte. Schade findet sie, dass sie manchmal zu zurückhaltend war und daher nicht so viele Museumsbereiche kennengelernt hat. In ihren nächsten Praktika will sie deshalb mutiger sein und rechtzeitig ihre Wünsche äußern.

Staatsarchiv Hamburg

Kattunbleiche 19

22041 Hamburg

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2012/2013

Die Einrichtung

Das Hamburger Staatsarchiv mit Sitz in Wandsbek ist seit etwa 300 Jahren damit beauftragt, einmalige Kulturgüter auszuwählen, zu bewahren und zu vermitteln. In ihrem Bestand finden sich 30.000 Meter an Unterlagen der städtischen Verwaltung sowie bedeutender privater Einrichtungen und Persönlichkeiten. Neben der Aufgabe, geschichtliche Zeugnisse zu sichern, ist das Staatsarchiv Partner der Verwaltung und bezeichnet sich als Dienstleister für die historisch interessierte Öffentlichkeit. Wer sich für die Geschichte des Hamburger Staatsarchivs interessiert, der findet einen übersichtlichen Abriss davon im Praktikumsbericht der Studentin aus dem Jahrgang 2012/2013.

Die Aufgaben

Die Praktikantin war in zwei Bereichen tätig: in den ersten zwei Monaten im Bereich der Personenstandsangelegenheiten und in den letzten drei Wochen in der Plankammer. In dieser werden Pläne, Karten und Fotos von und über Hamburg aufbewahrt.

Am Anfang verbrachte sie viel Zeit mit der Aufgabe, Anträge auf die Hamburgische Staatsbürgerschaft ab ca. 1825 in der Archivdatenbank Scope Archiv zu erfassen. Ein Teil der Aufgabe war, die etwa 100 Anträge sachgerecht in Archivmappen und Kartons zu verpacken und anschließend in das Magazin einzuräumen. Im Praktikumsbericht sind Fotos von den Verpackungen und Magazinen zu sehen.

Eine Schwierigkeit war, dass die Anträge teils schwer zu lesen waren, da sie in der Kurrentschrift verfasst waren. Hilfreich war dabei, dass die Studentin während ihres Praktikums an einem Paläographie-Kurs teilnahm, wo sie lernte, ältere Schriften zu lesen.

Eine weitere Aufgabe war, Kundenanfragen zu bearbeiten. Diese bezogen sich auf Geburts-, Sterbe- und Heiratsurkunden. Die Praktikantin machte die gefragten Informationen ausfindig, indem sie zum Beispiel im Sterberegister recherchierte. War die richtige Akte gefunden, ging diese an die Elbewerkstatt weiter, wo eine Kopie erstellt wurde. Anschließend beglaubigte diese eine Archivmitarbeiterin, und die Kopie der Sterbeurkunde wurde dem Kunden geschickt.

Des weiteren nahm die Praktikantin die Sterbedaten von Insassen aus dem Konzentrationslager Neuengamme in der Datenbank auf. Besonders hilfreich waren hierbei die Sterbeurkunden, da darauf fast alle wichtigen Angaben zu finden waren, die für den Datenbankeintrag benötigt wurden.

Die Aufgaben, die die Studentin während ihres Praktikums übernommen hat, sind so zahlreich, dass sie nicht alle in den geplanten Umfang dieses Beitrags passen. Die Praktikantin war nämlich auch, wenn auch nur kurz, in der Bibliothek des Archivs tätig. Es lohnt sich also, einen Blick in den Praktikumsbericht zu werfen. Dort werden die Arbeitsvorgänge genauer und ausführlicher beschrieben, und man erhält einen guten Eindruck von der Bandbreite der Aufgaben.

Das Projekt

Als Projekt recherchierte die Praktikantin die Sterbedaten von Fotografen. Der Hintergrund: Das Archiv besaß die Fotografien von drei Fotografen. Das Problem: Deren Sterbedaten waren unbekannt, somit konnte nicht ermittelt werden, ob noch Nutzungsrechte auf den Bildern liegen.

Also machte sich die Praktikantin auf die Suche. Zunächst durchforstete sie die Hamburger Adressbücher nach den Namen der Fotografen. Die Bücher waren über die Webseite der Staats- und Universitätsbibliothek zugänglich. Sie notierte sich, bis wann die Fotografen dort verzeichnet waren. Als nächstes recherchierte sie in der Meldekartei, die sich auf die Gegend bezog, wo der Fotograf laut Adressbuch gewohnt hatte. In dieser fand man nämlich unter anderem abgemeldete und gestorbene Personen in einem bestimmten Wohngebiet. War als Wohnort nur Hamburg angegeben, zog sie die Meldekartei Alt-Hamburg zurate. Als weitere Hilfsmittel bei der Suche dienten unter anderem die Steuer- und Wahlkartei sowie die Zentral-Gewerbekartei.

Am Ende ihres Praktikums hatte die Studentin die Sterbedaten von einem der drei Fotografen herausgefunden – ein Erfolg, da, wie ihre Betreuerin meinte, die Suche nach Sterbedaten in der Regel ohne Ergebnis ende. Im Anhang ihres Praktikumsberichts sind Suchverlauf und Ergebnisse nachzulesen.

Erfahrungen und Bewertung

Am Ende ihres Berichts zieht die Praktikantin ein überaus positives Fazit. So schreibt sie, das Praktikum sei sehr interessant gewesen und habe ihr sehr viel Spaß gemacht. Gut auf die späteren Anforderungen im Berufsleben vorbereitet fühle sie sich insofern, da sie selbstständig arbeiten und sich auch ihre Zeit selbst einteilen durfte. Die Aufgaben selbst fand sie spannend, und es herrschte ein angenehmes Betriebsklima.

Die Studentin empfiehlt das Praktikum für alle, die sich für eine Arbeit eher abseits des typischen Bibliotheksalltags interessieren. Jedoch habe sie erfahren, dass man wohl eine zusätzliche Ausbildung benötige, um später in einem Archiv arbeiten zu dürfen – was sie schade findet, zumal die Aufgaben, so schreibt sie in ihrem Bericht, sich an einigen Stellen gar nicht so sehr von denen in einer Bibliothek unterschieden.  

Zentrale Bibliothek der Behörden

Hamburger Straße 41

22083 Hamburg

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2017/2018

Die Einrichtung

Die Zentrale Bibliothek der Behörden unterstützt Mitarbeiter*innen der verschiedenen Behörden (zu denen die Behörde für Schule und Berufsbildung, Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, und die Behörde für Kultur und Medien gehört), indem sie Informationen und Materialen beschafft und bereitstellt. Im Bestand der Zentralen Bibliothek der Behörden befinden sich ca. 65.000 Bände.

Die Aufgaben

In der Zentralen Bibliothek der Behörden gehörte unter anderem die Ausleihe zu den Aufgaben. Hier wurden zwischen Behördenmitarbeiter*innen, externen Nutzer*innen und anderen Bibliotheken unterschieden. Weitere Aufgaben waren die Regalpflege, die Katalogisierung, die Fernleihe für Mitarbeiter*innen, die Erfassung der Loseblattsammlung und das Einordnen und das Scannen von Aufsätzen für Mitarbeiter*innen. Die Zeitschriftenbearbeitung war auch eine wichtige Aufgabe in der Bibliothek. Dabei wurden neu gelieferte Ausgaben erfasst und in den Umlauf gebracht. Bei diesen Umläufen haben die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit gehabt, diese Zeitschriften zu erhalten. Außerdem konnte hier auch die Erwerbung kennengelernt werden. Vor der Erwerbung wurde erstmal geprüft, ob der Titel schon vorhanden ist. Dann erfolgte die Bestellung, die Inventarisierung, die Signatur und die Katalogisierung.

Das Projekt

Im Rahmen der Bestandspflege sollte für das Projekt nicht mehr benötigte Ausgaben des Bundesanzeigers aus dem Bestand genommen werden. Dabei war das Ziel, freie Regalmeter für künftigen Bestandszuwachs, sowie Medien, die zurückgegeben werden, zu schaffen.

Erfahrungen und Bewertung

Die Praktikantin hatte Spaß während ihres Praktikums und hat viel gelernt. Die Kolleg*innen waren nämlich sehr freundlich und hilfsbereit. Außerdem war das Praktikum eine gute Gelegenheit, das Wissen aus dem Studium anzuwenden und zu vertiefen.

Persönlichkeitstest – Finde dein Praktikumsprojekt!

Persönlichkeitstest - Finde dein Praktikumsprojekt

Mit diesem analogen Persönlichkeitstest hast du die Chance, dich für dein zukünftiges Praktikumsprojekt inspirieren zu lassen. Er soll dir dabei helfen, einen ersten Eindruck zu gewinnen. Du kannst ihn am Computer ansehen und nur deine Punkte zusammenrechnen, aber natürlich auch ausdrucken und deine Antworten auf die Fragen ankreuzen. Viel Spaß!

Wohin mit mir? Zwischen Bibliotheken und Ausland

Wohin mit mit? Zwischen Bibliotheken und Ausland

Fragebogen erstellt von Katharina Becker, Philip Simon Dominik, Sabrina Winkler, Jeannette Schütz, Katharina Störk"

Wolltest du schon immer wissen, was für ein Praktikant du bist? Dann sind hier zwei Fragebögen, die dir dabei helfen könnten, dies herauszufinden.

Der erste Fragebogen unterstützt dich, wenn du nicht weißt in welche Einrichtungsart du möchtest. Nimm den zweiten, wenn du herausfinden willst, ob du ins Ausland passt!

Quiz erstellt von Antonia Harmel, Jonas Günter

Hier kannst du testen ob öffentliche Bibliotheken für dich als Einsatzort geeignet sind!

Text Adventure – Entscheidungshilfe bei der Praktikumswahl

Text Adventure - Entscheidungshilfe bei der Praktikumswahl

- Friederike Dorenkamp, Sigrun Herwig, Florian-M.Paul

Lola im Praktikum in einer Online-Redaktion

Lola im Praktikum in einer Online-Redaktion

Lola ist nun im 4. Semester des Studiengangs „Bibliotheks- und Informationsmanagement“ und hat somit das Praxismodul erfolgreich hinter sich gebracht. Sie möchte ihre Erfahrungen hier mit den Kommiliton*innen teilen, die vielleicht noch auf der Suche sind und nicht wissen, welche Praktika interessant sein könnten. Lola war in der Redaktion eines Online-Magazins und war total begeistert von diesem Praktikum, weshalb sie es wirklich jedem empfehlen würde!

In diesem Video schildert sie Alles von der Suche des Praktikumsplatzes bis hin zu ihrem anschließenden Fazit.

Wenn ihr also noch Inspiration braucht, was das Praktikum anbelangt, oder auch ein paar Tipps von Lola bekommen wollt, klickt einfach auf dem folgenden Link!

- Lars Bendixen, Yeu-Ching Chen

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